Curriculumentwicklung für handlungsorientierten DaF-Unterricht

von Karen Schramm

Speaker 1

Abstract

Was macht die Qualität eines DaF-Curriculums aus und welche Unterstützung kann ein qualitätsvolles Curriculum DaF-Lehrenden bei der Planung und Durchführung handlungsorientierten Fremdsprachenunterrichts bieten? Zur Klärung dieser beiden Fragen stelle ich in einem ersten Schritt zunächst als relevante Curricula auf der supranationalen Ebene den Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen (2001) und seinen Begleitband (2020) vor und beleuchte deren theoretischen Ansatz der Handlungsorientierung sowie auch die kritische fachliche Rezeption der Neuerungen im Begleitband (z.B. Online-Interaktion, Mediation und die so genannten „Pluri-Skalen“). In einem zweiten Schritt zeige ich an Beispielen für den schulischen und universitären DaF-Unterricht in Lateinamerika, wie die nationale und institutionelle Curriculumentwicklung sich solcher Orientierungshilfen bedienen kann, um eigenständige, kontextspezifische Curricula zu entwickeln, die Lehrpersonen mithilfe von realistischen fremdsprachlichen Szenarien in ihrem Unterrichtsalltag tatsächlich planerisch und gestalterisch unterstützen. In einem dritten Schritt plädiere ich für die Rückwärtsplanung von Unterricht auf der Grundlage von handlungsorientierten Curricula, bei der ausgehend von einer kommunikativen Zielaufgabe bzw. einem (Mini- oder Makro-) Projekt Übungen, Aufgaben und Lerner*innenstrategien zielführend miteinander kombiniert werden, um Lernende auf authentisches fremdsprachliches Handeln vorzubereiten und ihnen motivierende Erfolgserlebnisse zu verschaffen. Bei der Betrachtung dieser drei curricularen Ebenen wird deutlich, wie in ihrem komplexen Zusammenspiel eine lerner*innenorientierte Ausrichtung des sprachlichen Anforderungsniveaus, der thematischen Domäne und der konkreten Handlungsziele zu erreichen ist.




Über die Referentin

Karen Schramm

Karen Schramm ist seit 2014 Professorin für Deutsch als Fremdsprache an der Universität Wien, nachdem sie in den Jahren zuvor in Seoul (Korea), Boston (USA) und Leipzig (Deutschland) als DaF-Lektorin, DaF-Lehrerin und DaF-Professorin tätig war. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Didaktik-Methodik des fremdsprachlichen Deutschunterrichts: Sie interessiert sich u.a. für Leseforschung, Lerner*innenstrategien und Unterrichtsdiskursanalyse; derzeit ist sie auch in curriculare Entwicklungsprojekte des Europarats und des Goethe Instituts Kairo involviert. Sie fungiert als Mitherausgeberin der Zeitschriften Fremdsprachen Lehren und Lernen und des Jahrbuch Deutsch als Fremdsprache sowie auch der Buchreichen Grundlagen Deutsch als Fremd- und Zweitsprache und Studien Deutsch als Fremdsprache. Ihr besonderes Interesse gilt der Lehrer*innenbildung für das Fach Deutsch als Fremdsprache und sie bietet weltweit für DaF-Lehrpersonen an Schule, Hochschule und in der Erwachsenenbildung Workshops zu methodischen Fragen eines handlungsorientierten DaF-Unterrichts an.